Wässern

Wassergeschichten aus Kants Garten

10672213_709832422425611_5206931315230180368_nWässern – macht man mit Wasser. Klar. Hat man aber, grade beim Gärtnern im öffentlichen Raum, also dem Urban Gardening, nicht immer direkt am Garten verfügbar. Wer hat, der stellt Wasserfässer auf – die brauchen aber Zulauf, ein Dach z.B. von dem es durch Regen gefüllt wird. Es gibt auch einen interessanten Wassersack für die Schubkarre (ist was für starke Leute, das ist nämlich gefüllt schwer, mehr siehe unten). Wir haben Glück Zugang zu Wasser, können wir uns von den Oster- bis zu den Herbstferien am Spielplatz holen.

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Dazu haben wir natürlich eine wirklich wunderbare Gießkannenkollektion – damit kann man ein paar Liter zu den Beeten schleppen. Und natürlich gibt es Gießkannen für die Großen und für die Kleinen Gärtner. So eine richtig dolle Gießkannenkollektion hat aber das Gießkannenmuseum.de in Gießen!

Wasser wird im späten Herbst und Frühjahr schon mal in Schubkarren und auf Fahrrädern weitere Strecken transportiert.

131108Kants Garten022Damit das nicht so oft geschehen muss: die Stauden sollten eigentlich mit dem auskommen, was verfügbar ist. Das bedeutet im Sommer vielleicht mal ein nicht ganz so frischer Anblick aber meist geht das auf. Und sobald der erste Regen fällt, bricht die Blüte aus! Damit sie das schaffen, die Blumen, sollten sie in jedem Fall beim Pflanzen sofort gut gegossen werden: kommen sie aus Töpfchen, dann unbedingt vor dem Einpflanzen in Wasser tauchen, bis sich keine Luftblasen mehr bilden. Nach dem Pflanzen nochmals gut angießen. Sind die Stauden im zeitigen Frühjahr gepflanzt, dann haben sie viel Zeit anzuwachsen und müssen nicht sofort ihre volle Blatt- und Blütenpracht versorgen. Pflanzt man erst im Sommer, dann muss bei Hitze und Trockenheit praktisch täglich gegossen werden, weil die Wurzeln natürlich nicht sofort ins Erdreich wurzeln können. Da hat man eher einen Blumentopf in der Erde stehen, der wirklich Sorge braucht. Also: früh pflanzen, gut angießen!

Überhaupt: klassisches Stadtgrün ist ja: Einjährige setzen für 6 Monate Blüte und dann 6 Monate das braune nichts. Stauden-Stadtgrün, bzw. Stadtblühen kann aber was anderes, da blüht, bzw. grünt immer was. Und klug angelegt gibt es zu den moderateren Jahreszeiten üppige Blüten, das ist das Frühjahr, der Frühsommer und eben der Spätsommer und  Herbst. In den weniger „schönen“, weil klimatisch heisseren oder kälteren Zeiten ist es dann eben etwas trockener oder verfrorener. Aber: das ist was. Die Rechnung bei Stauden- & Geophytenanpflanzungen ist im Prinzip: insgesamt 6 Monate Üppgikeit und 6 Monate immergrün oder „nicht ganz so prachtvoll“. Wir denken, dass ist doch ein guter Deal, der auch mit  gut zu vertreten ist, wenn eben weniger gegossen wird.

Insgesamt lohnt es sich, auch die richtige Pflanzenwahl für die vorhandenen Standorte zu treffen. Sind die Beete heiß und trocken, dann vielleicht doch lieber Lavendel, Salbei, Stockrosen (die wurzeln sehr tief), Katzenminze und andere trockenheitsliebende, bzw. resistente Kräuter und Stauden. Unter Bäumen wiederum hat man oft schönen Halbschatten aber von einem leichten Sommerregen kommt im Beet kein Wasser an. Auch trocken aber eben schattig. Da werden Lavendel nicht glücklich, man benötigt man eine andere Pflanzenauswahl. Dryopterus Farne könnten das schaffen und Elfenblumen und bestimmte Storchschnäbel. Sehr geeignet sind auch Frühjahrsblüher wie Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen, da sie ja noch vor dem Blattaustrieb blühen und zudem ganz wichtige frühe Pollen- und Nektarquellen für die ersten Insekten sind.

Kants Garten20130407gießen0010Bäume und Sträucher, Rosen (hier schlämmen wir 2 der 80 frischgepflanzten Rosen ein), müssen sehr gut eingeschlämmt werden. Damit man das bei Trockenheit mühelos wiederholen kann, machen wir mit Erde einen kleinen Wässerungswall um die Pflanze, der sich prima vollgießen läßt und das Wasser langsam aufsaugt. Es gilt: wenn gegossen wird, gut gießen, das Erdreich muss tiefgründig nass werden unbedingt nicht nur an der Oberfläche besprenkelt sein. Damit würde man sich die Wurzeln nur nach oben züchten anstatt dass sie in die Tiefe gehen. Und macht sie so abhängig von den Wassergaben, die wir Gärtner bringen. Grudnsätzlich gilt: lieber mit einem Schäufelchen prüfen, wie tief das Erdreich durchnässt wurde. Und zudem: Im Prinzip sollte man wirklch nciht länger als 2, maximal drei Jahre Gießen müssen. Die Stauden sollten eigentlich nach dem ersten Jahr wirklich nur in Härte-Hitze-Trockenheitsperioden gewässert werden und ansonsten alleine klar kommen.

L1260518 KopieAnders ist das natürlich mit Gemüse. Wir wollen alle eine leckere Ernte haben. Es hilft nichts, da muss immer gut gegossen werden. Salat im Trockenen schießt ganz schnell und wird ungenießbar, die Saat nicht gegossen, die geht nicht auf und Gemüse mit wenig Wasser will einfach nicht so richtig wachsen. Kräuter haben unterschiedliche Bedürfnisse: Dill & Petersilie sind eher wie Gemüse zu giessen, Thymian, Salbei, Lavendel stehen viel lieber trocken.

Der Boden spielt natürlich eine wichtige Rolle. Ist die Erde sehr sandig, speichert kein Wasser? Oder ist es, ganz im Gegenteil, schwerer Lehmboden, der sich vollsaugt, Wasser und Nährstoffe gut speichert, der aber auch schwer zu bearbeiten ist. Und im Sommer wenn es trocken ist, steinhart werden kann. Das alles hat natürlich seine Besonderheiten und sollte auch bei der Wahl der Pflanzen berücksichtigt werden.

In Kants Garten haben wir Glück! Ein schluffiger schöner Boden, Erde, die sich gut bearbeiten lässt und den Pflanzen guten Halt gibt ohne bei Trockenheit gleich zu Beton zu erhärten (wie toniger Lehm) oder der wie sandiger Boden kein Wasser und keine Nährstoffe speichert. Humus und Mulch sind, wenn es um Böden geht, ein wichtiges Thema. Sie fördern das Bodenleben, Mulch schützzt vor dem Austrocknen ist aber in feuchten Zeiten auch ein Schnecken-Paradies. Das ist ein weites Feld, es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen.

WässernSehr hilfreich beim Wässern sind große 3 Liter oder 5 Liter Flaschen mit Schraubdeckel – darin kauft man z.B. Flüssigwaschmittel (das Zeug ist allerdings ökologisch nicht so gut). Die gibt es natürlich auch wieder in klein, für die ganz kleinen Gärtner. Bei uns sind die Flaschen, während der Saison auf einem Besenstil aufgefädelt (zuunterst ein Plastiklumentopf, der ein bisschen Abstand zum Boden hält), für den Einsatz bereit. Nur die Deckel, die haben ein merkwürdiges unzuverlässiges Eigenleben, die sind nie da, wo sie sein sollen – oder anders gesagt: die sind einfach immer weg!

L1260153 KopieDas ist ein bisschen schade, denn wenn man die Flaschen nach dem Füllen zuschrauben kann, dann kann man sie wunderbar in der Schubkarre transportieren (siehe auch oben) oder auch mal in der Fahrradtasche oder im Auto …

Wir holen unser Wasser immer an der Wasserstelle vom Spielplatz. Eine echte Wasserprozession. Den Vergnügungsfaktor sollte man nicht unterschätzen! Grade die Kids (aber nicht nur die) rennen mit Begeisterung hin und her und sind unermüdliche Wasserträger und haben eine Wonne daran, die Pflanzen zu gießen.

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130911Kants Garten139Ein Schlauch (!) ist übrigens auch bei uns im Einsatz – die Kubus-Kunsthalle hat die Gießpatenschaft für unser Zaunbeet übernommen. Das ist klasse! In diesem Jahr erwarten wir übrigens eine prachtvolle Blüte der duftenden Geißblätter und der Clematis und der davor gepflanzten Stockrosen. Foto (vom Schlauch) folgt noch.

Ach ja, sagten wir das nicht schon? Die Kinder gärtnern und gießen natürlich immer!

Kants Garten20130407gießen0001Hier rollt das unübertroffene Bewässerungsteam an – noch war das Wasser am Spielplatz nicht  angestellt, also haben wir Wasser mitgebracht. Das Frühjahr 2013 war kalt und trocken …

Eine gute Wasserquelle haben wir dann im Hof vom Museum DKM gefunden, das war etwas näher. Also, mal in der Nachbarschaft fragen, wer ab und an mal so großzügig wäre … Spontane Gießhilfe kam von einer Familie, die im Park spazieren war und ein diesen Vergnügen daran fand, unseren damals ganz frisch gepflanzten Rosen-Haag gut einzuschlämmen.

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Es bliebe noch eine Menge zum Gießen zu sagen und es gibt natürlich noch viele Techniken und Tricks. Aber am Ende gilt: Wasser ist ein kostbares Gut, wir sollten sorgfältig damit umgehen!

b0431109cb412829280 Bis zu 80 Liter in einer Schubkarre transportieren: die  h2gobag.de ! Der Wassersack!