Wildbienenhäuser für Duisburg summt

Kants Garten ist Mitglied im Netzwerk Duisburg summt. Das sind viele Akteure unserer Stadt, die sich für Artenvielfalt einsetzen, für Grünflächen verantwortlich sind, sich im Umweltschutz oder in der Umweltbildung engagieren. Duisburg summt sind engagierte BürgerInnen, Institutionen, Vereine, Ämter oder Unternehmen, Kindergärten und Schulen ….

Gemeinsam haben wir die Duisburger Wildbienen-Wohnungsbaugesellschaft gegründet. Mehr Nistraum und blühenden Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten zu schaffen ist unser erklärtes Ziel. Dazu bieten wir Pop-Up Werkstätten an, bei denen man sich Wildbienenhäuser (gegen Unkostenbeitrag) einrichten kann mit allerlei Nistmaterial. Weiter unten beschreiben wir wie und was und so …

Für unseren Wohnungsbau haben wir Wildbienenhaus-Modelle entwickelt – gebaut wurden sie in Amtshilfe von der Duisburger Modelbauwerkstatt. Und so sieht unser Haus-Bauprogramm aus, wir haben viele davon vorrätig:

Also, grundsätzlich sagt man ja, lieber viele kleine Insektenhäuser als ein großes … die großen Insektenhäuers, wie unseres in Kants Garten z.B., sind aber in öffentlichen Anlagen oder wegen des „Lehraspektes“ auch sinnvoll. Und gepaart soll ein solches Wildbienenhaus natürlich mit einer möglichst insektenfreundlichen Bepflanzung sein, die über viele Monate blüht, also Pollen und Nektar bietet. 
Zudem, es nisten nur 25% aller Insekten in Niströhren, der Rest nistet anders. Also wäre es gut, z.B. eine Fläche zu haben, die unbewachsen bleibt, das kann ein (ungewaschener) Sandhaufen sein, wie im Duisburger Bienenmuseum. In einem bestimmten Winkel gehängte Brombeer- oder Hollunderstiele sind z.B. auch gut, Mal Stauden ins Früjahr hinein stehen lassen hilft ebenfsalls sehr. Unbedingt wichtig sind strukturreiche Gärten. Das meint z.B. sowas wie unser Totholzbiotop (Holzstämme und -Stücke, die zu einem Drittel im Boden liegen sollten, Erdkontakt brauchen), dauerhafte Laub-Ecken, etwas verfilzte Wiese stehen lassen, am besten seltener und überhaupt nicht überall gleichzeitig mähen. Und Mähroboter sind total verboten. Asthaufen, sonnige geschichtete Steinmauern oder etwas, was dem nahekommt, Wasserstellen. Und wie gesagt, eine artenreichen blühende Bepflanzung. Bei uns in Kants Garten blüht es immer. Speziell am milden Niederrhein sollte das wirklich kein Problem sein, wenn man winterblühende Sträucher, Geophyten und Stauden klug und standortgerecht einsetzt. 


Als Niströhren kann man Holzbohrungen in Hartholz verwenden, die aber immer quer zur Holzfaserung gesetzt werden sollen. Immer Hartholz (nie Weichholz), niemals ins Kopfholz. Die Röhren sollten 4 bis 9 mm sein. Ist mit dem Bohrer nicht ganz so einfach, das das Holz anschließend gehobelt werden sollte, damit keine Splitter bleiben, die Bohrer auch sehr schnell heiß werden (müssen abkühlen, brechen sonst). Glücklich sind die, die auf eine Standbohrmaschine zurückgreifen können.
Grundsätzlich kann man Schilfrohr verwenden, das darf aber nicht aus der Natur entnommen werden. Wer es im Garten hat, der sollte es frisch schneiden und auch gleich in die benötigten Stücke schneiden. Einmal getrocknet splittern sie und das ist das, was man nun garnicht will, das zerreist den Insekten die Flügelchen. Gleiches gilt für Bambus. Freunde sind losgezogen und haben diesen japanische Knöterich geschnitten. Nur: dessen Samen will man bestimmt nicht im Garten haben. Der muss auch geschnitten werden, bevor er trocknet! 
Daher sind wir zu dem Schluß gekommen, dass wir gut fahren mit den Niströhren von Bienenhotel.de – Johann Christoph Kornmilch bietet Pappniströhren und geschnittene Schilfniströhren an und auf der Webseite gibt es Informationen zu den „Besiedlern“. Wir haben garnicht soviel Zeit wie man braucht um die Mengen zusammenzukriegen, die wir so in der Duisburger Wildbienenhaus-Wohnungsbaugesellschaft verbauen. Wenn man das für sich selbst macht, ist das ja aber okay.

Die Insekten-Populationen bauen sich ja auch erst auf, das oft dauert Jahre, da kann man ja fortlaufend mitbauen. Zudem kann man bei Volker Fockenberg Ton-Niststeine bestellen (auf der Webseite ist auch ein Arten-Lexikon zu finden). Und wir (Duisburg summt) geben, ebenfalls gegen Unkosten, Strangfalzziegeln ab, halbiert sind sie nützlich in den großen Wildbienenhäusern. Oder man macht in die Mitte ein Loch und stapelt die auf einem Stab zu einer spiraligen Säule.
Wir haben festgestellt, dass die Insektenhäuser lieber etwas tiefer gebaut sein sollen als zu flach. Bei uns sind die kleinen Häuser 19 cm tief (die Niströhrchen sind meist 12cm lang), die Wildbienenhäuser sind sogar 40 cm tief, es wird ein Gitter, bzw. einen Gitterrahmen davor befestigt, wegen der Vögel, die halten das sonst für ihre Selbstbedienungs-Bar.
In eines unserer kleinen Wildbienenhäuser passen etwa 1.000 bis 1.200 Niströhren. Das ist schon sehr, sehr viel, es dauert auch, bis sich Populationen aufbauen, das können wir sehr gut in Kants Garten beobachten, wo das Hotel seit 2019 steht. Wenn man bedenkt, dass die Mauerbienen bis zum 11 Eiergelege in ein Röhrchen legen, hört sich das nach Bevölkerungsexplosion an.
Sehr informativ über „geht“ und „geht garnicht“ (es wird soviel Mist als Insektenhotel angeboten), sowie auch mit sinnvollen links, wo man was bekommen kann, ist die Webseite von Werner David Naturgartenfreude.de. Seine Bücher sind auch sehr empfehlenswert. Die Stadtbibliothek hat sie alle. Wie man dort überaupt auch tolle Bücher zum Thema findet.

Im Folgenden ein paar Beispiele, ganz unten dann aus Kants Garten. Zum Vergleich werden noch aktuelle Fotos gemacht, die zeigen, wie die Niströhren genutzt werden.