Wildbienen-Wohnungsbau

Kants Garten ist Mitglied im Netzwerk Duisburg summt. Das sind viele Akteure unserer Stadt, die sich für Artenvielfalt einsetzen, für Grün- und Blühflächen verantwortlich sind, sich im Umweltschutz oder in der Umweltbildung engagieren. Duisburg summt sind engagierte BürgerInnen, Institutionen, Vereine, Ämter oder Unternehmen, Kindergärten und Schulen ….

Gemeinsam haben wir die Duisburger Wildbienen-Wohnungsbaugesellschaft gegründet. Mehr Nistraum und blühenden Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten zu schaffen ist unser erklärtes Ziel. Dazu bieten wir Pop-Up Werkstätten an, bei denen man sich Wildbienenhäuser (gegen Unkostenbeitrag) einrichten kann mit allerlei Nistmaterial. Weiter unten beschreiben wir wie und was und so und stellen die verschiedenen Hausmodelle auch einzeln vor, aber hier erstmal:

Wir stellen vor: den Wildbienenhaus-Baukasten zum Selber einrichten, es wird dazu nur ein Hammer und ein Schraubenzieher benötigt – alles andere, Niströhren mit verschiedenem Durchmesser, Nistblock, Gitter und Dach befinden sich mit Nägelchen zum befestigen im Baukasten. Dazu gibt es inforamtives, spannendes Lesematerial!

Der Wildbienenhaus-Baukasten für die Villa zum selber einrichten. Er wird geliefert mit den Niströhrchen aus Pappe und Schilf (4-9 mm), Holz-Nistblock, einem Haken mit Schrauben, Schutzgitter und Dachpappe zum Schutz, dazu Nägel zum Befestigen. Den Baukasten gibt es auch für die anderen Hausmodelle, die wir unten vorstellen. Und er enthält Info- und Lesematerial. Bestellen kann man ihn gegen Materialkosten bei info@duisburg-summt.de oder kants.garten@gmail.com

Für unseren Wohnungsbau haben wir Wildbienenhaus-Modelle entwickelt – gebaut wurden sie in Amtshilfe von der Duisburger Modelbauwerkstatt. Und so sieht unser Haus-Bauprogramm aus, wir haben viele davon vorrätig und zudem einen Wildbienenhaus-Baukasten zusammengestellt, den wir hier ebenfalls vorstellen.

Ein großes oder lieber viele kleine Wildbienenhotels?

Also, grundsätzlich sagt man ja lieber viele kleine Insektenhäuser als ein großes … die großen Insektenhäuers, wie unseres in Kants Garten z.B. sind aber in öffentlichen Anlagen oder wegen des „Lehraspektes“ auch sinnvoll. Und gepaart soll ein solches Wildbienenhaus natürlich mit einer möglichst insektenfreundlichen Bepflanzung sein, die über viele Monate blüht, also Pollen und Nektar bietet. 
Zudem, es nisten nur 25% aller Insekten in Niströhren, der Rest nistet anders. Also wäre es gut, z.B. eine Fläche zu haben, die unbewachsen bleibt, das kann ein Haufen aus ungewaschenem Sand sein, wie im Duisburger Bienenmuseum. In einem bestimmten Winkel gehängte Brombeer- oder Hollunderstiele sind z.B. auch gut, mal die Stauden ins Früjahr hinein im Beet stehen lassen hilft ebenfsalls sehr, es gibt Insekten, die daran überwintern. Unbedingt wichtig sind strukturreiche Gärten. Das meint z.B. sowas wie unser Totholzbiotop (Holzstämme und -Stücke, die zu einem Drittel im Boden liegen sollten, Erdkontakt brauchen), dauerhafte Laub-Ecken, etwas verfilzte Wiese stehen lassen, am besten seltener und überhaupt nicht überall gleichzeitig mähen. Und Mähroboter sind total verboten. Asthaufen, sonnige geschichtete Steinmauern oder etwas, was dem nahekommt, Wasserstellen. Und wie gesagt, eine artenreichen blühende Bepflanzung. Bei uns in Kants Garten blüht es immer, speziell am milden Niederrhein sollte das wirklich kein Problem sein, wenn man winterblühende Sträucher, Geophyten und Stauden klug und standortgerecht einsetzt. 

Das Nistmaterial
Als Niströhren kann man Holzbohrungen in Hartholz verwenden, die aber immer quer zur Holzfaserung gesetzt werden sollen. Immer Hartholz (nie Weichholz), niemals ins Kopfholz. Die Röhren sollten 4 bis 9 mm sein. Ist mit dem Bohrer nicht ganz so einfach, das das Holz anschließend gehobelt werden sollte, damit keine Splitter bleiben, die Bohrer auch sehr schnell heiß werden (müssen abkühlen, brechen sonst). Glücklich sind die, die auf eine Standbohrmaschine zurückgreifen können.
Grundsätzlich kann man Schilfrohr verwenden, das darf aber nicht aus der Natur entnommen werden. Wer es im Garten hat, der sollte es frisch schneiden und auch gleich in die benötigten Stücke schneiden. Einmal getrocknet splittern sie und das ist das, was man nun garnicht will, das zerreist den Insekten die Flügelchen. Gleiches gilt für Bambus. Freunde sind losgezogen und haben diesen japanische Knöterich geschnitten. Nur: dessen Samen will man bestimmt nicht im Garten haben. Der muss auch geschnitten werden, bevor er trocknet! 
Daher sind wir zu dem Schluß gekommen, dass wir gut fahren mit den Niströhren von Bienenhotel.de – Johann Christoph Kornmilch bietet Pappniströhren und geschnittene Schilfniströhren an und auf der Webseite gibt es Informationen zu den „Besiedlern“. Wir haben garnicht soviel Zeit wie man braucht um die Mengen zusammenzukriegen, die wir so in der Duisburger Wildbienenhaus-Wohnungsbaugesellschaft verbauen. Wenn man das für sich selbst macht, ist das ja aber okay.

Über Insekten

Die Insekten-Populationen bauen sich ja auch erst auf, das oft dauert Jahre, da kann man dann fortlaufend mit(aus)bauen. Zudem kann man bei Volker Fockenberg Ton-Niststeine bestellen (auf der Webseite ist auch ein Arten-Lexikon zu finden). Und wir (Duisburg summt) geben, ebenfalls gegen Unkosten, Strangfalzziegeln ab, halbiert sind sie nützlich in den großen Wildbienenhäusern. Oder man macht in die Mitte ein Loch und stapelt die auf einem Stab zu einer spiraligen Säule.
Wir haben festgestellt, dass die Insektenhäuser besser etwas tiefer gebaut sein sollen als bündig flach. Bei uns sind die kleinen Häuser 19 cm tief (die Niströhrchen sind meist 12cm lang), die Wildbienenhäuser sind sogar 40 cm tief, es wird ein Gitter, bzw. einen Gitterrahmen davor befestigt, wegen der Vögel, die halten das sonst für ihre Selbstbedienungs-Bar.
In eines unserer kleinen Wildbienenhäuser passen etwa 800 bis 1.200 Niströhren. Das ist schon sehr, sehr viel, es dauert auch, bis sich Populationen aufbauen, das können wir sehr gut in Kants Garten beobachten, wo das Hotel seit 2019 steht. Wenn man bedenkt, dass die Mauerbienen bis zu 8 Eiergelege in ein Röhrchen legen (8 & 9 mm), hört sich das nach Bevölkerungsexplosion an. In den ganz dünnen Nisthöhlen können sich bis zu 20 Kokons befinden. Wir bestellen unsere Papp- und Schilfniströhren bei Johann Christoph Kornmilch, Bienenhotel.de, die halten viele Jahre.
Sehr informativ über „geht“ und „geht garnicht“ (es wird soviel Mist als Insektenhotel angeboten), sowie auch mit sinnvollen Links, wo man was bekommen kann, ist die Webseite von Werner David Naturgartenfreude.de. Seine Bücher sind auch sehr empfehlenswert. Die Stadtbibliothek hat sie alle. Wie man dort überaupt auch tolle Bücher zum Thema findet.

Infos zum Bestimmen von Insekten: aculeata.de. Sehr informativ auch die Seite zu Wildbienen bei der Deutschen Wildtierstiftung.

Im Folgenden ein paar Beispiele, ganz unten dann aus Kants Garten. Vergleichend seht ihr wie die Niströhrchen dort zunehmend genutzt werden, im Herbst 2021 ist die untere Hälfte komplett belegt …. wir bereiten nun diverse kleine Nisthäuser vor, die wir im Kantpark in den neuen Blumenbeeten installieren wollen.